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Drei Boxer im Wandel - Link zum Boxer-Klub e.V. - Sitz München

Eine Initiative des Boxer-Klub /  >> ** BOXER IN NOT ** <<  / Geben Sie einer Samtschnauze ein zu Hause

Was heißt Kupieren ?


Laut aktuellem Rassestandard (F.C.I.-Standard Nr. 144 / 02.04.2001 / D) sollen die unkupierten Ohren eines Deutschen Boxers: eine angemessene Größe haben, eher klein als groß sein. Außerdem sollen sie sich dünn anfühlen, weit auseinander an den höchsten Stellen des Oberkopfes seitlich angesetzt sein. In Ruhestellung sollen die Ohren an den Backen anliegen. Bei Aufmerksamkeit, sollten die Ohren mit einer deutlichen Falte nach vorn fallen.
Als direkter Vorfahre des heutigen Deutschen Boxers gilt der Brabanter Bullenbeißer, Dieser war laut Geschichtsschreibung stets kupiert. Auf den wenigen Abbildungen, die bis heute erhalten geblieben sind, ist zu erkennen, daß seine Ohren stets kupiert waren. Später wurden die Brabanter Bullenbeißer mit der 1830 nach Deutschland gekommenen englischen Bulldogge gekreuzt.
Historischer Grund für das Kupieren von Ohren und Ruten war es, Bären und Wildschweinen bei der Hatz (Jagd) weniger Angriffsfläche zu bieten. (Auch die "kurze Nase" war bei der Jagd hilfreich, denn sie ermöglichte trotz des Beißens, das Atmen.)
Der Deutsche Boxer wurde seit der Entstehung der Rasse immer an den Ohren und der Rute kupiert, bis in Deutschland durch das Tierschutzgesetz dem Kupieren Einhalt gegoten wurde.
Kupierte Ohren sollten laut Standard u.a.: hoch angesetzt und spitz kupiert, im Ansatz nicht zu breit sein.
Die Form der kupierten Ohren war von der natürlichen Form der Ohren und des Kopfes, von der Form der Kluppen, die beim Kupieren angesetzt wurden, und nicht zuletzt von der Geschicklichkeit des Tierarztes abhängig!
Form und Stärke des Ohrknorpels, sowie der anliegenden Muskeln, konnten durch das Kupieren nicht beeinflußt werden.
Daß die Ohren eines Boxers wie im heutigen Standard beschrieben aussehen, wird wohl noch lange eine Wunschvorstellung bleiben! Da man durch das jahrelange Kupieren die Vererbung der Form der Ohren sich zum größten Teil selbst, sprich, dem Zufall überließ, konnte man wenig Einfluß auf die Form nehmen. Dort versäumte Dinge kann man in ein paar Jahren nicht korrigieren, bzw. wegzüchten!
Zu bedenken ist auch daß auch viele ausländische Deckrüden (--> "frisches Erbgut") zur Zucht eingesetzt werden (wurden), die kupierte Ohren haben (hatten).
Unter anderem taucht beim Boxer auch das unbeliebte "Schlatterohr" (auch "Flatterohr" genannt) auf. - Wahrscheinlich ein Erbe der Bulldogge, die die sogenannten Rosenohren trägt.




Ähnlich verhält (verhielt) es sich bei den Ruten. Diese wurden in der Vergangenheit (siehe oben) auch kupiert, um keine Angriffsfläche bei der Jagd zu bieten und das Verletzungsrisiko gering zu halten. Später dann wurde diese "Tradition" fortgeführt und in den Rassestandard des Deutschen Boxers übernommen. - Der Tierschutz verbot dann das Kupieren.
Das Kupieren kann also Vor- und Nachteile haben, auf die wir hier nicht eingehen möchten, da dieser Artikel wertungsfrei bleiben soll!
Fakt ist, daß der Züchter auf das Wohlbefinden seiner Schützlinge bedacht sein sollte, und nicht Schönheitsidealen hinterher jagt.